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Ein Dreckiger Job – Seelenakte Frankfurt am Main

„Ein dreckiger Job – Seelenakte Frankfurt am Main“ von Helmut Barz, erschienen beim Verlag Feder & Schwert.

 

Um was geht’s?

Eshr’el, der sich in unserer Welt Ludwig Ziffer nennt, ist ein Dämon. Seine Aufgabe ist es, schwarze Seelen zu sammeln und sie in die Hölle zu verfrachten. Schwarze Seelen trennen sich nicht freiwillig von den Menschen, die sie besetzen. Deswegen muss Ludwig ständig mit einem Messer nachhelfen. So geht das für über 200 Jahre, bis in Frankfurt Komplikationen auftreten.

Was gibt’s dazu zu sagen?

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar in einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen. Ich habe mich beworben, weil ich die Leseprobe richtig gut fand.

Aha! Du bist also voreingenommen! Das ist jetzt sicher Werbung!

Nein, das bin ich nicht. Ich behandele das Buch wie jedes andere auch.

Wie war’s denn jetzt?

Super! Der Stil von Helmut Barz gefällt mir richtig gut. Außerdem hat er schöne Stilmittel benutzt. So gibt es zum Beispiel zwei Erzählstränge. Ludwig schreibt nämlich seine Geschichte auf, während er mit dem Engel Maria in einer Hotel Lodge sitzt. Maria hilft Ludwig, die Geschichte zu strukturieren und kürzt an langweiligen Stellen schon mal für uns ab. Außerdem setzt sie sich kritisch mit dem Text, den der Dämon schreibt, auseinander und spricht schon mal aus, was ich denke. Ich muss zugeben, dass mir das gefallen hat, weil mich das an uns erinnert.

An uns? An dich und mich? Ich bin sicher kein Engel… Aber hey, wenn du willst kann ich richtig dämonisch sein har har!

Lieber nicht. Aber der Wechsel der Perspektive und die Erklärungen von Maria machen den Roman lebendig. Zudem ist Maria wirklich sympathisch und am Anfang auch eher das Gegenteil zu Ludwig. Dadurch lockert sie auch schlimme Szenen auf.

Schlimme Szenen?

 Ja, schlimme Szenen. Das Buch ist voller Gewalt. Du kennst mich, das macht mir meistens nicht aus. Obwohl ich schlucken musste, weil auch sexuelle Gewalt gegen Kindergartenkinder vorkommt. Nur kurz zwar, aber ich habe andere Stimmen gehört, denen das zu viel war. Das sollte man wissen, bevor man sich für den Roman entscheidet. Aber die Leseprobe macht eigentlich schon klar, dass das kein Kuschelroman ist.

Aber ich habe hinten auf dem Klappentext was von Sex gelesen. Wird da auch nicht gekuschelt?

Doch, da schon. Beim Sex bin ich so ein bisschen zwiegespalten. Eine Szene war gar nicht schlecht, aber je mehr Sex in einem Roman vorkommt, desto kreativer werden die Autoren meistens. Man kann ja nicht immer wieder dasselbe schreiben, da wird dem Leser nur langweilig! Deswegen kommt es auch hier zu Beschreibungen wie „ihren kleinen Knopf der Lust.“ Vom „fleischernen Rapier“ rede ich jetzt mal nicht, da ich vermute, dass die schlechte Formulierung Absicht war. Auch wenn ich mich jetzt beschwere muss ich zugeben, ich habe Sexszenen schon schlechter gelesen. Deswegen verzeihe ich die kleinen Ausrutscher.

Was verzeihst du denn nicht?

Da mich der Roman so gefesselt hat, dass ich ihn in zwei Tagen durchgelesen hatte, gibt es da eigentlich keine großen Minuspunkte. Wenn man dem Buch etwas vorwerfen kann, dann ist es vielleicht die Vorhersagbarkeit an manchen Stellen. Der Täter war mir schon zur Hälfte des Buches klar. Aber weil der Gesamteindruck so gut war, hat mich das jetzt nicht weiter gestört.

Das ist doch schon wieder so ein Bibelthema. Muss ich mich jetzt damit auskennen, um das Buch zu verstehen?

Nein, überhaupt nicht. Kann aber nicht schaden, dann passiert dir vielleicht nicht so ein Patzer wie mir. Für die Kapitelunterschriften hat Helmut Barz die „Offenbarung des Sebastian“ erfunden. Ich dachte, dass wäre ein echtes Buch aus den Apokryphen. Der Autor musste mich erst aufklären. Und das passiert mir! Dabei habe ich doch alle Bibelcomics!

Wann ist das was für mich?

Das Buch ist was für dich, wenn du schon immer mal wissen wolltest, was Engel eigentlich von Gott halten. Außerdem solltest du das Buch lesen, wenn du auf Fantasy-Krimis stehst und kein Problem mit Blut hast.

Gibt’s noch ein Fazit mit so einem Bewertungssystem?

Dämonisch guter Krimi mit der richtigen Prise himmlischer Beistand.

Deswegen

5 von 5 Ananas

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