Rezension

Der Name des Windes

Der Name des Windes von Patrick Rothfuss, erschienen bei Klett-Cotta.

 

Worum geht’s?

Kvothe hat alles verloren. Seine Eltern und alle fahrenden Schauspieler, die mit ihnen unterwegs waren, wurden ermordet. Von Sagengestalten, die es in Wirklichkeit eigentlich gar nicht gibt: den Chandrian. Mit nichts als einem alten Buch, dass er vor langer Zeit geschenkt bekam, macht er sich auf zum Arkanum, der Universität der Magie. Obwohl er erst 15 Jahre alt ist, wird er dort als jüngster Student aufgenommen. Trotzdem holt ihn seine Vergangenheit immer wieder ein. Wer sind die Chandrian und warum mussten seine Eltern sterben?

Was gibt’s dazu zu sagen?

Kennt ihr das? Ihr schlagt ein Buch auf, lest den ersten Satz und müsst ihn nochmal lesen, weil er so gut war. Das ging mir mit dem Roman von Patrick Rothfuss so. Am Ende der ersten Seite bin ich aufgesprungen und hatte das Gefühl, ich muss alle an meiner Erleuchtung teilhaben lassen. Leider hat keiner wirklich darauf reagiert…

Hast du am Freitag nicht von deinem Lieblingsbuch erzählt? Ich bin mir ganz sicher, dass das ein anderes Buch war.

Die Bibel nach Biff ist vor allem wegen der Geschichte mein Lieblingsbuch. Patrick Rothfuss besticht aber durch seinen Stil! Die ersten Seiten sind fast Poesie! Und normalerweise lese ich das nicht mal! Aber wie schon erwähnt, ich war nach dem ersten Satz gefangen! Das hat noch keiner geschafft! Der Stil ist unglaublich!! Wenn er über Musik schreibt, habe ich fast das Gefühl, sie beim Lesen zu hören!!!

Ohje, du schreibst in Ausrufezeichen. Ich glaub‘ es wird Zeit für dein Frauengold. Außerdem klingt das jetzt so, als wäre der Stil gut, aber die Handlung schlecht.

Das war sexistisch, und ich bin nicht hysterisch. Außerdem ist die Geschichte nicht schlecht. Zwar lässt sich die Handlung viel Zeit, bis der Protagonist die Magieruniversität erreicht, so wie das der Klappentext eigentlich verspricht. Mich persönlich hat das nicht gestört, weil man sich dann viel besser in Kvothe hineinversetzen kann.

Die Erzählebenen sind auch gut gewählt. Prolog und Epilog sind in diesem poetischen Stil geschrieben. Dann kommt die Erzählebene des Chronisten, der Kvothe aufsucht, um die Geschichte dessen Jugend zu erfahren. Der größte Teil ist aber in der Ich-Perspektive von Kvothe geschrieben, der seine Sicht der Dinge darstellt. Diese verschiedenen Schichten machen das Buch lebendig.

Die Figuren, die Patrick Rothfuss erschafft, sind ebenfalls vielschichtig und spannend. Auri zum Beispiel, hat eine tolle Persönlichkeit und eine tragische Hintergrundgeschichte. Dabei ist sie nur ein Nebencharakter. Auch Kvothes Feinde sind nicht einfach nur böse. Es hat schon einen Grund, warum sie ihn nicht mögen. Das verleiht dem Roman die nötige Tiefe.

Ich hab‘ gerade nachgesehen. Das ist ja schon wieder so ein Wälzer! Die Furcht des Weisen ist der zweite Teil, oder?

Eigentlich sollten es sogar drei Bände werden. Kein Mensch weiß im Moment, wann oder ob der letzte Teil überhaupt erscheint. Wahrscheinlich weiß es Patrick Rothfuss selbst nicht.

Auch wenn die Reihe nicht abgeschlossen ist, lohnt sie sich trotzdem. An manchen Stellen zieht sich die Handlung im zweiten Teil vielleicht etwas (ich selbst hätte mehrere Kapitel gekürzt), aber seit langem hat mich kein Roman mehr so begeistert.

Wann ist das was für mich?

Das Buch ist was für dich, wenn du ein Herz für Waisenkinder hast und Oliver Twist schon immer der Größte für dich war. Außerdem ist es mir eigentlich ziemlich egal, ob das was für dich ist. Ich habe dir doch gesagt, du musst es lesen! Hörst du überhaupt zu?? Lies es!!

 

 

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