Rezension

Dreamkeeper – Akademie der Träume

„Dreamkeeper – Akademie der Träume“ von Joyce Winter, erschienen bei der Verlagsgruppe Oetinger.

 

Worum geht’s?

Allegra ist 16 Jahre alt und alles andere als gewöhnlich. Sie kann andere Menschen in deren Träumen besuchen. Sie ist nicht die einzige mit diesen Fähigkeiten. Schon seit Jahrhunderten gibt es deswegen die geheime Organisation „Dream Intelligence“. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Träume der Menschen zu schützen. Allegra will in die Fußstapfen ihrer Eltern treten und nach ihrem Abitur auf die Akademie Adair gehen, um sich dort zur Agentin ausbilden lassen. Viel früher als gedacht muss sie dort feststellen, dass nicht alle Agenten den gleichen Grundsätzen folgen und lieber die Macht genießen, Leute in ihren Träumen zu beeinflussen und zu schaden.

Was gibt’s dazu zu sagen?

Die Autorin ist meine Buchhändlerin. Weil sie mir von Anfang an sympathisch war, habe ich wirklich gehofft, dass das Buch gut ist. Ich hätte es nicht verkraftet, wenn so eine nette Person Blödsinn schreibt.

Und, wurdest du enttäuscht?

Nein, überhaupt nicht. Es hat mir ganz gut gefallen. Mich hat der Titel auch gleich angesprochen. Ich mag das Thema Träume sehr gerne.

Haben wir das nicht schon gelesen? Bei Kerstin Gier? Also eher ein alter Hut…

Du meinst die Silber-Reihe. Das stimmt schon, da ging es auch um Träume. Bei Joyce Winter ist das Thema aber ernster und nicht ganz so rosarot. Wenn man nämlich bei „Dreamkeeper“ zu lange in der Traumwelt bleibt, stirbt man. Da hat die Protagonistin dann auch gleich am Anfang viel zu tun. Der Autorin gelingt es dabei besonders gut, Albträume zu beschreiben. Zu Beginn taucht man in den Traum eines kleinen Jungen ein, bei dem ich richtig Gänsehaut hatte. Davon wünsche ich mir auch im nächsten Teil mehr.

Außerdem kann bei Joyce Winter auch nicht jeder Hinz und Kunz in die Traumwelt gelangen, sondern nur Menschen mit besonderen Fähigkeiten. Das hat mir als Idee besser gefallen.

Die Protagonistin ist ein Mädchen, oder? Wohl voller Liebeskram und so…

Zum Glück nicht. Natürlich kommt ein Teenie Roman jetzt nicht ganz ohne Liebe aus, aber das spielt nur eine untergeordnete Rolle. Die Autorin lässt Allegra an einer Stelle auch mal bemerken, dass sie für sowas im Moment wirklich nicht den Kopf hat. Endlich mal jemand, der das erkennt. Wenn man die Welt retten muss, ist der erste Freund eben nicht oberste Priorität. Die Autorin hat übrigens schon verraten, dass es im nächsten Band KEINE Dreiecksgeschichte gibt, bei der sich Allegra nicht zwischen zwei Jungs entscheiden kann. Das beruhigt mich ungemein.

Was an Mädchenkram trotzdem vorkommt, ist die Kleidung von Allegra. Ständig wird in Nebensätzen erklärt, was sie sich gerade anzieht. Ich brauche das jetzt nicht, aber vielleicht interessiert das Jugendliche dann doch brennend. Wer jetzt aber denkt, das Buch ist nur was für Mädchen, liegt weit daneben. Ich war bei der Lesung zum zweiten Band – in einem anderen Beitrag könnt ihr auch lesen, wie mir das gefallen hat – und da waren einige Jungen, die mit beiden Bänden im Arm nach draußen gegangen sind. Anscheinend ist da für jeden was dabei. Ich kann mir vorstellen, dass die Jungs die Actionszenen überzeugt haben. Mich übrigens auch.

Was ich bisher verstanden hab‘: Mädchen muss Welt retten. Das ist jetzt aber wirklich nicht innovativ.

Joyce Winter hat den Jugendroman an sich nicht ganz neu erfunden. Der Grundgedanke ist wirklich folgender: Welt ist in schlimmer Gefahr, Erwachsene können das aus unerfindlichen Gründen nicht beheben, junges Mädchen muss mit ihren tapferen Freunden eingreifen und den bösen Gegenspieler aufhalten. Das kann man jetzt als Erwachsener öde finden, funktioniert bei Jugendlichen aber immer gut. Außerdem kommt es ja auch auf die Rahmenhandlung an und die ist stimmig und spannend.

Wann ist das was für mich?

Das Buch ist was für dich, wenn du auch der Meinung bist, Erwachsene sind völlig hilflose Geschöpfe, denen nur noch ein Teenager helfen kann. Außerdem solltest du das Buch lesen, wenn du gerne in (düstere) Traumwelten abtauchst.

Gibt’s noch ein Fazit mit so einem Bewertungssystem?

Jugendroman mit finsteren Traumwelten und einem waschechten Erzfeind.

Deswegen:

4 von 5 Ananas

(Wenn ich noch 16 wäre, hätte ich sicher 5 Ananas vergeben)

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