Rezension

Die Bibel nach Biff

Die Bibel nach Biff von Christopher Moore, erschienen beim Goldmann Verlag

 

Worum geht’s?

Was fehlt im neuen Testament? Eigentlich das allerwichtigste, nämlich die Jugendjahre von Jesus. Kein Kind wird geboren, ist dann 12 Jahre alt und springt dann sofort zu 30. Was ist also passiert, in der Zeit dazwischen? Genau das erzählt uns Biff, der beste Freund von Jesus. Gemeinsam finden sie auf einer Abenteuerreise heraus, was es bedeutet Messias zu sein, und ob man sich als Heiland nun Frauen nähern darf, oder nicht.

Was gibt’s dazu zu sagen?

Oft werde ich nach meinem Lieblingsbuch gefragt. Bei der Menge, die ich schon gelesen habe, wäre das eigentlich schwer zu beantworten, gäbe es nicht genau dieses Buch. Nicht nur, dass ich die Bibel nach Biff noch öfter gelesen habe als Harry Potter (und damit meine ich die gesamt Reihe), sondern ich habe die Ausgabe auch mehrmals im Regal stehen. Für Notfälle. Mein erstes Exemplar ist zerlesen und der Buchschnitt ist vergilbt. Es muss schließlich immer greifbar auf dem Nachtisch vor dem Fenster liegen. Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, dass ich es 2003 von einer Freundin zu Weihnachten bekam und dann in einer Nacht durchgelesen habe.

Ähh… das klingt jetzt ein kleines bisschen besessen.

Ja, das stimmt schon. Ich habe versucht, jeden Menschen in meinem Umfeld dazu zu zwingen, das Buch zu lesen. Sogar mein Bruder, der überhaupt nichts liest, hat es sich dann immerhin als Hörbuch geholt. Auch ihm hat es gut gefallen.

Was ist denn jetzt so toll dran?

Einfach alles. Die Idee an sich, der Plot, die Charaktere. Ich bin nach all den Jahren immer noch so begeistert, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.

Da ist zum Beispiel Biff. Der Untertitel beschreibt ihn als besten Freund. Das ist er auch. Er prügelt sich, lügt und besucht sogar extra ein Bordell für Josh (also Jesus). Er ist immer zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Das macht er mit so viel Witz und Intelligenz, dass er einem sehr schnell ans Herz wächst. Auch wenn ihn die anderen Figuren im Roman vielleicht als Arschloch bezeichnen, für mich ist er das nicht.

Grundsätzlich ist das Buch durch Christopher Moores Stil einfach wunderbar und lustig. Er bringt einen dazu, über Szenen einer Beerdigung zu lachen. Bei der ganzen Komik bleibt die Geschichte aber spannend und man fiebert mit, wenn Biff versucht Josh aus unmöglichen Situationen zu retten.

Besonders schön ist, dass man alle (wichtigen) Figuren aus den vier Evangelien trifft. Maria Magdalena hat eine ganz besondere Rolle im Roman und komplettiert das Trio in der Kindheit. Später trifft man dann noch auf Johannes den Täufer oder die drei Weisen aus dem Morgenland. Man erfährt auch, wie die Bergpredigt entstanden ist und woher Josh den Trick mit der Brotvermehrung überhaupt kann. Die ganze Rahmenhandlung der Bibel wird also vollständig mit einbezogen und aus Biffs Sicht erzählt.

Du sagst, es bleibt spannend. Aber mal ehrlich, jeder weiß doch wie die Geschichte ausgeht.

Es stimmt, man folgt dem Messias bis zum Schluss. Aber obwohl man weiß, wohin das alles führen muss, kann man sich dem Spannungsbogen nicht entziehen. Die Karwoche wird sogar besonders dramatisch. Also lass dich nicht abschrecken, nur weil du vermeintlich weißt, was passiert.

Ich kenn‘ dich! Sogar an diesem Buch gibt’s doch eine Sache, die dich stört, oder?

Ja, erwischt. Einer der drei heiligen Könige ist nicht ganz so gut gelungen, wie die anderen. Und weil Kaspar und Balthasar vorher so stark waren, wirkt Melchiors Geschichte ein bisschen blass. Diese Kritik bremst meinen Enthusiasmus aber nicht im Geringsten.

Ach, und da ist noch das deutsche Cover. Ich habe lange nicht verstanden, was zwei haarige Bohnen mit Jesus zu tun haben sollen.

Kathrin, das sind Sandalen.

Ja, danke, das habe ich mittlerweile auch verstanden. Aber sie sehen eben aus wie haarige Bohnen.

Wann ist das was für mich?

Das Buch ist was für dich, wenn du dich immer schon gefragt hast, wie Josef die ganze Sache mit der unbefleckten Empfängnis aufgenommen hat. Außerdem kannst du das Buch lesen, ob du nun Christ bist, oder nicht. Nimm einfach mit, was du mitnehmen willst. Das steht sogar ganz offiziell am Anfang, im Segen des Autors.

 

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