Rezension

Der Totengräbersohn

Der Totengräbersohn von Sam Feuerbach, erschienen im Self-Publishing

 

Worum geht’s?

Farin ist, wie der Titel schon sagt, der Sohn des örtlichen Totengräbers. Zwar muss es diesen Berufsstand überall geben, gerne gesehen ist er aber nicht. Zudem ist Farins Vater auch noch ein gewalttätiger Säufer. Das macht das Leben nicht gerade zu einem Zuckerschlecken für ihn. Von allen verachtet versucht er trotzdem ein guter Mensch zu sein und gibt auch mal Gegenstände, die sein Vater den Toten gestohlen hat, wieder zurück. So gelangt er auch an ein geheimnisvolles Amulett. Leider stellt sich heraus, dass darin ein Dämon wohnt. Und Dämonen wird man nicht so einfach wieder los.

Neben diesem Erzählstrang gibt es noch einen Zweiten. Aross hat genug davon, im Waisenhaus immer nur verprügelt zu werden und reißt aus. Dabei trifft sie einen Fremden, der aber sehr viel freundlicher zu ihr ist, als die meisten anderen Menschen. Außerdem entdeckt sie Fähigkeiten an sich, die ihr nicht natürlich vorkommen. Liegt das am alten Hexenzahn, den sie sozusagen vererbt bekommt?

Was gibt‘s dazu zu sagen?

Ich hatte das Glück Sam Feuerbach zu treffen. Er ist ein sehr sympathischer Mensch und so sind auch seine Fantasy-Bücher. Einfach liebevoll. Der Totengräbersohn ist mittlerweile schon bei Band 3 und ich hoffe es geht noch weiter.

Aha, das Buch ist also nett. Du weißt, dass man sagt, nett sei die kleine Schwester von….

Ja, aber so ist es nicht gemeint. Farin hat bei weitem nicht das große Los gezogen. Jetzt könnte er ja sagen: „Super, ich habe einen Dämon an meiner Seite! Ich zeige es allen mal so richtig!“, aber das tut er nicht. Er versucht den Dämon in Schach zu halten und ist irgendwann sogar der Meinung, der Dämon wäre sein Freund. Soviel Optimismus muss man erst mal haben, wenn man immer nur herumgeschubst wird. Außerdem wird es immer dann richtig cool, wenn er mit seinen wissenschaftlichen Fähigkeiten herausfindet, wie die Leute auf seinem Tisch gestorben sind. Ganz ohne Magie und fast wie moderne Pathologen. Außerdem meine ich auch nicht „langweilig“. Ganz im Gegenteil! Weil man die Figuren gleich liebgewinnen kann, muss man einfach mitfiebern. Was ihnen so passiert ist richtig spannend.

Ok, Figuren gut, Story gut, aber gibt’s auch irgendwas, das dir nicht gefällt?

Es gibt zu wenig Frauen.

Aber ich dachte Aross wäre ein Mädchen?

Ja, aber sie ist auch fast alleine. Es gibt noch eine alte Hexe, die überlebt aber nicht lange und eine nicht ganz so alte Hexe. Die ist auch ganz lustig, weil sie nicht wirklich gut als Hexe ist, aber dann ist Schluss. Nicht mal Farins erste große Liebe darf lang mitspielen. Dabei hat Sam Feuerbach in der Krosann-Saga gezeigt, dass er starke Frauen entwerfen kann. Das fehlt mir hier ein bisschen.

Sonst noch was?

Ich hätte mich gefreut, wenn Farin öfter Leichen untersuchen darf. Das geht später in den Büchern ein bisschen unter.

Wann ist das was für mich?

Das ist was für dich, wenn du dir vorstellen kannst, dass Leichen obduzieren auch schon im Mittelalter eine spannende Sache war. Außerdem ist das was für dich, wenn du ein großes Herz für Außenseiter hast.

 

 

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