Rezension

Das gefälschte Siegel – Die Neraval Saga 1

„Das gefälschte Siegel – Die Neraval Sage 1“ von Maja Ilisch, erschienen im Klett-Cotta Verlag.

 

Um was geht’s?

Kevron ist ein begnadeter Fälscher. Leider verhindern seine Alkoholsucht und seine Angst vor anderen Menschen, dass er arbeitet und Aufträge annehmen kann. Eines Tages steht plötzlich Prinz Tymur vor seiner Tür. Gemeinsam mit zwei weiteren Begleitern machen sie sich auf ins Nebelreich. Das Schicksal des ganzen Königreichs steht auf dem Spiel.

Was gibt’s dazu zu sagen?

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll…

Vor Begeisterung?

Nein, definitiv nicht vor Begeisterung. Ich habe das Buch im Urlaub gelesen und meine Cousine wollte dann unbedingt, dass ich eine Rezension dazu schreibe. Ich habe wohl die ganze Zeit mit den Augen gerollt, gestöhnt und geflucht. Aber ich habe es zu Ende gelesen. Dafür verdiene ich meines Erachtens nach einen Preis.

Rollentausch? Normalerweise bin ich so negativ!

Ich weiß, aber so sehr ich mich auch bemüht habe, viel positives habe ich nicht gefunden.

Starten wir mal mit dem besten Punkt: Der Stil ist in Ordnung. Daran gibt es nicht viel zu meckern. Solide und gut lesbar. Hat mir gleich am Anfang gefallen.

Was mich dazu überzeugt hat, das Buch zu kaufen, war übrigens die Beschreibung des vermeintlichen Hauptcharakters im Klappentext: Ich mag es, wenn die Protagonisten Probleme haben. Deswegen klang er für mich gleich sympathisch.

Vermeintlich? Das ist gar nicht der Protagonist?

Nicht nur. Man liest aus 3 Perspektiven. Da sind der Fälscher Kevron, der Krieger Lorcan und die Magierin Enidin. Sie versammeln sich alle um den Prinzen Tymur (aus dessen Sichtweise man übrigens nicht liest) und der ist das eigentliche Problem, dass ich mit dem Buch habe.

Was hast du gegen Prinzen?

Bei diesem Prinzen? Nichts Wirksames… Er ist ein Arsch. Besser kann man es einfach nicht ausdrücken. Ein riesiger Arsch. Das wäre ja nicht so schlimm, würden sich seine Begleiter nicht so völlig danebenbenehmen. Auch die behandelt der Prinz nämlich wie Dreck, aber anstatt ihm deswegen mal die Meinung zu geigen, sind 50% der Reisegruppe teilweise oder ständig in ihn verliebt. Das macht die Sache furchtbar anstrengend. Vor allem, da der Krieger schon seit Ewigkeiten versucht, seine Liebe zum Prinzen geheim zu halten. Er kannte Tymur nämlich schon, als der noch ein Kind war. Das habe ich schon bei den ganzen Twilight-Bücher nicht verstanden. Lorcan war nämlich schon erwachsen, als er Tymur zum ersten Mal traf. Das halte ich für hochgradig ungesund. Zum Schluss will er sich natürlich noch opfern. Typisch. Und dann ist da noch die naive Magierin. Die putzt der Prinz abwechselnd runter, oder macht ihr schöne Augen. Sie fällt immer wieder darauf rein und die Geschichte beginnt von vorne. Der Fälscher Kevron ist zwar nicht verliebt, hält Tymur aber für seinen besten Freund. Ganz egal ob der ihn zu einem kalten Entzug im Gefängnis zwingt oder ihm in der Nacht ein Messer an die Kehle hält. Das macht er natürlich nur, weil er das beste für Kevron will. Klar. Ich könnte die Handlungen und Reaktionen seiner Begleiter nicht mal entschuldigen, wenn Tymur von einem Dämon besessen wäre.

Ist wenigstens die Storyline gut?

Naja, nichts was einen jetzt so wirklich aus den Socken haut. Aber auch nicht unheimlich schlecht. Gruppe muss Artefakt wegbringen, dabei durch unheimlichen Wald und so weiter. Wenn die Personen besser wären, hätte ich vielleicht sogar Spaß daran gehabt. Aber auch nur vielleicht.

Klingt nach einem vernichtenden Urteil.

Es tut mir auch wirklich leid, weil ich glaube, dass die Grundidee wirklich nicht schlecht war und die Autorin ja grundsätzlich schreiben kann. Für mich hapert es aber leider ganz gewaltig an der Umsetzung. Normalerweise würde ich sofort nachsehen, wann Teil 2 in die Läden kommt, aber ich will nicht mal wissen, wie es weiter geht. Das passiert mir sonst nie, aber in dem Fall ist mir das wirklich ganz egal. Ich hoffe ja, der Prinz stirbt. Bald.

Wann ist das was für mich?

Das Buch ist was für dich, wenn du auf Arschlöcher stehst, die jedem das Leben so richtig zur Hölle machen. Ansonsten fällt mir einfach kein weiterer Grund ein.

Gibt’s noch ein Fazit mit so einem Bewertungssystem?

Überflüssige Fantasy mit schrecklichen Protagonisten

Deswegen

1 von 5 Ananas (das ist eine Trost-Ananas für die Idee)

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