Interview

Frage und Antwort mit Angela Stoll

Weil mich die Bücher von Angela Stoll so fasziniert haben, wollte ich unbedingt mehr über sie erfahren. Ich hatte Glück: Sie hat einem Interview zugestimmt. Hier könnt ihr lesen, was ich unbedingt von ihr wissen wollte.


Hallo liebe Angela, vielen Dank, dass du dich meinen Fragen stellst. Aber keine Sorge, es wird nicht schlimm, ich habe die Ananas in den Schrank gesperrt.

Also, erste Frage: Wann hast du dir überlegt: Ich wäre gerne Autorin? Also wann hast du mit dem Schreiben angefangen?


Spät, erst mit über 40 Jahren, als ich neben Arbeit und vier Kindern mehr Zeit dafür hatte, bzw mir genommen habe. Irgendwann ging ich spazieren und dachte mir: Wieso schreibst du die Geschichten nicht auf, die du dir immer so ausdenkst


Nachdem deine Welten doch so düster sind, interessiere ich mich brennend für deine Hobbys. Was machst du so in deiner Freizeit? Auch was Positives?


Meinst du so etwas, wie im Keller Leute foltern? Dafür fehlt mir nicht nur der Keller. 🙂 Ich lese gern (klar), zocke Playstation, bastle und baue unnütze Sachen wie Drachen aus Pappmaché, Stoff und Draht, reise reichlich viel und oft durch die Welt und vor allem und überhaupt treffe ich mich gern mit meinen Freundinnen zum Klönen.


Jetzt hast du mich erwischt. Was heißt denn Klönen?


Klönen heißt ‚miteinander unterhalten über Gott und die Welt‘, sowas wie Kaffeeklatsch. Ist dann vermutlich ein regionaler Ausdruck aus dem Plattdeutschen.


Da du beides schon veröffentlicht hast: Steampunk oder High-Fantasy? Was magst du lieber?


Ich liebe Geschichten, bei denen ich mit den Protas mitleiden kann. Egal ob Steampunk oder High-Fantasy. Ich bin ein großer Fan von Philip Reeves »Mortal Engines« und Robin Hobbs »Fitz und Fool« Büchern. Bei beiden habe ich schon Rotz und Wasser geheult. Wenn du glaubst, ich lasse meine Helden leiden: Die beiden haben es echt drauf, einem das Herz zu zerreißen.


Kenn ich jetzt tatsächlich noch gar nicht. Danke für den Tipp.

Jetzt mal ein paar Fragen zum letzten Roman. Macht es dir Spaß, deine Charaktere zu quälen? Lex und Sam kommen ja nicht gerade unbeschadet davon.


Spaß macht es nicht, aber das ist halt ihre Geschichte. (Nebenbei, wir kommen ja alle im Leben nicht unbeschädigt davon.) Ich quäle sie auch nicht mit einem fetten Grinsen im Gesicht, ich versetze mich in sie hinein, werde/bin dann ein Teil von ihnen. Vielleicht findest du deshalb meine Bösen auch nicht so überzeugend. Ich bin im Leben wirklich bösen Menschen begegnet, verstehe sie aber bis heute nicht.


Wenn du dich entscheiden müsstest, wen würdest du als Partner nehmen: Den verletzten blinden Künstler Lex, oder doch den naiven Intellektuellen Marc?


Lex, definitiv. Er wäre ein Partner, wie ich ihn mir wünsche. Marc ist mir eher wie ein (damit fünfter) Sohn.


In „Die Lügen des Horatio Harthorn“ liegt der Fokus auf der freundschaftlichen Liebe und der Liebe zu Eltern. In „Klingenblut – Radors Schande“ geht es eher um die romantische Liebe. Was hat dich dazu bewogen, einen „Liebesroman“ zu schreiben?


Jede romantische Liebe zwischen zwei Menschen sollte meiner Meinung nach auch unbedingt Freundschaft beinhalten. Insofern kommt der gute alte Sex nur als Bonus dazu. Eigentlich geht es in meinen Geschichten immer um das: Ich lass dich nicht im Stich.


Der Anans wäre die Antwort jetzt zu kitschig, aber ich kann da zustimmen.

An was arbeitest du denn im Moment? An der Fortsetzung von „Klingenblut“ oder an etwas ganz anderem?


Klingenblut 2 ist schon gedanklich in Arbeit, momentan poliere ich gerade an einer Steampunkgeschichte herum. Während in Die Lügen des Horatio Harthorn ein Junge lernen musste, was für ein Monster sein Vater ist, erkennt hier eine junge Frau erst reichlich spät, dass der von ihr so verachtete Vater ein anständiger und kluger Mensch ist. Es geht auch noch um diverse Verschwörungen, Folter und Ratten. Meine Heldin wird wieder echt geschunden, versprochen. Aber es gibt auch eine Liebesgeschichte mit Kuß und so.


Das klingt spannend. Bei Klingenblut 2 bin ich auf jeden Fall wieder dabei! Danke für deine Zeit.

Die Autorin Angela Stoll

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