Rezension

Krieger des Lichts – Nihil fit sine Causa

„Krieger des Lichts – Nihil fit sine Causa“ von Jasmin Romana Welsch, erschienen im Sternensand Verlag.

 

Um was geht’s?

Mia ist 16 und hat es schwer. Sie ist eine Einzelgängerin, weil sie sich in großen Menschenmassen nicht konzentrieren kann und es deswegen schon mal passiert, dass sie gegen Straßenlaternen läuft. So lebt sie mehr oder weniger einsam bei Tante und Onkel. Bis eines Tages der schönste Mann der Welt bei ihr vorbeikommt und sie bittet, in sein Internat einzutreten. Das kann sie nicht ablehnen und schon bald erfährt sie, dass sie zur Wächterin geboren ist.

Was gibt’s dazu zu sagen?

Ich wurde dazu gezwungen, dass Buch zu kaufen. Wie einige schon wissen, ist meine Mitbewohnerin auch Autorin. Der Sternensandverlag ist ziemlich beliebt und meine Freundin wollte wissen, was die Konkurrenz so zu bieten hat. Also habe ich mich breitschlagen lassen, einen Roman zu kaufen. Ich dachte, dass ich bei einem Buch über Engel vielleicht nicht so viel falsch machen kann, wie mit einem anderen Buch aus dem Sortiment. Ich hätte es besser wissen sollen…

Was? Nicht dein Geschmack? Ich hätte dir das gleich sagen können. Bestimmt geht’s um Liebe und so nen Scheiß.

Okay, bei dem Satz mit dem „schönsten Mann der Welt“ im Klappentext hätte ich schon misstrauisch werden müssen, aber was mich dann erwartet hat, war noch mal eine ganz andere Dimension.

Dreiecks-Geschichte?

Wenn es doch nur so gewesen wäre! Aber nein, Mia ist mit ihren 16 Jahren ein regelrechter Männermagnet. Es gibt mindestens 4 Kerle, die auf die eine oder andere Weise auf sie stehen. Zwei davon sind jahrtausendealte Engel. Und alle stehen vor allem auf sie, und das ist jetzt die dümmste Erklärung die ich seit längerem gelesen habe, weil sie Gefühle verändern kann und alle sich in ihrer Gegenwart wohl fühlen.

Wow. Das ist so… langweilig.

Ich darf mich eigentlich nicht beschweren. Ich wusste, dass bei Sternensand jetzt nicht wirklich meine Art der Literatur verlegt wird. Aber als dann Mia ihren Engel fragt, ob er sie denn nicht liebt, weil sie noch nie Sex hatten, wurde es mir zu viel. Da hatten die noch nicht mal sinnvolle Sätze gewechselt! Also nur sowas wie: „Wie geht es dir?“ „Mir geht es gut.“ „Hat der Dämon dich verletzt.“ „Ja, ich kannte deine Mutter und war auch schon in sie verliebt.“ Ich habe den Band fertig gelesen, ich weiß nur nicht, warum ich da nicht gleich aufgehört habe. Besser wurde es nicht. Zu der Liebesgeschichte möchte ich noch sagen, dass Gabriel entweder für die Vereinten Nation oder Ärzte ohne Grenzen oder so arbeitet (ich gebe zu, ich habe es mir nicht gemerkt). Und Mia ist eben 16 und hat bis dahin noch nicht viel erlebt. Die Vorstellung, dass alte Männer auf Kinder stehen, ekelt mich immer an und ich hoffe, dass diese Klischees in Büchern endlich aussterben.

Kann man es denn sonst wenigstens lesen?

Sagen wir mal so, auch sonst ist es keine hohe Kunst. Der Stil ist nicht gut und die Charaktere sind ziemlich flach. Die Engel sind super schön, die Mitglieder des Ordens super mutig und die Dämonen super böse. Dann gibt es noch die obligatorische Prophezeiung, das Geheimnis um die verstorbene Mutter und natürlich das Internat. Das alles hat man einfach schon zu oft gelesen und die Autorin fügt dem Ganzen leider nichts Neues hinzu. Die Ich-Perspektive macht es auch nicht besser, weil man immer wieder lesen muss, wie gut die Leute doch aussehen oder wie schön es ist, wenn sie jemand berührt. Ja, ich weiß, Teenager sind grundsätzlich notgeil, hätte man bei einer Wächterin, die Dämonen jagt, aber irgendwie durch Sublimierung in den Griff bekommen können.

Normalerweise frage ich an der Stelle immer nach negativen Punkten, aber hier müsste ich mal nach was Positivem fragen.

Ich kann das Buch ja nicht mal wegen gutem Stil oder einer innovativen Idee loben. Mir fällt gar nichts dazu ein. Ich nehme den Figuren auch ihre Emotionen nicht ab. Vor allem nicht Mia, die ihre Verwandten, die sie aufgenommen und großgezogen haben, sofort vergisst, nachdem sie aufs Internat geht. Meiner Meinung nach verdient der Roman einfach keinen Pluspunkt.

Wann ist das was für mich?

Das Buch ist was für dich, wenn du dir bei „Fifty Shades of Grey“ gedacht hast: „Geiler Shit! Die Frau kann schreiben!“. Ansonsten lass das Buch einfach stehen und kauf es nicht. Wirklich nicht! Auf keinen Fall!

Gibt’s noch ein Fazit mit so einem Bewertungssystem?

Fantasy-Teenager-Liebes-Kram mit Engeln.

Es tut mir sehr leid, aber ich vergebe keine einzige Ananas.

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