Rezension

Wonders Macht

# Werbung

 

„Wonders Macht“ von Mika Jänisen erschienen im Hybrid Verlag.

 

Um was geht’s?

Eine Polizeischule in Norwegen bildet Spezialkräfte aus. Leider verhalten sich die Polizeischüler nicht immer vorbildlich. Zur Strafe müssen 6 von ihnen kurz vor Silvester noch mal ausrücken. In ein altes Herrenhaus, in dem vor zwei Jahren Bewohner und ebenfalls Polizisten verschwunden sind. Aber bis Mitternacht sind sicher wieder alle zu Hause und können feiern. Oder?

Was gibt’s dazu zu sagen?

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar vom Autor bekommen.

Aha! Du bist also voreingenommen! Das ist jetzt sicher Werbung!

Nein, das bin ich nicht. Ich behandele das Buch wie jedes andere auch. Trotzdem habe ich das jetzt als Werbung gekennzeichnet, um mich abzusichern.

Wie war’s denn jetzt?

Horrormäßig.

So schlecht?

Nein, ich meine es war gruselig. Horror kann Mika Jänisen wirklich gut. Das ist nichts für schwache Nerven. Viele Leute werden verletzt… oder schlimmeres… Die einzelnen Action-Szenen sind gut beschrieben und auch fesselnd.

Kathrin, du findest sogar Lockwood & Co gruselig und das ist ein Buch für Kinder und Jugendliche…

Mach mir das jetzt nicht kaputt. Ich bleibe dabei, es ist gruselig.

Am Anfang war ich aber trotzdem ein bisschen enttäuscht. Ich hatte die ersten Seiten gelesen und mich gefragt, was mich stört. Ich kam dann irgendwann darauf, dass es sich ein bisschen liest wie eine Fanfiction. Die sind jetzt nicht bekannt für ihren guten Stil. Ständig ist im Roman von „dem Adler“ oder „dem Tiger“ die Rede. Man hätte auch schreiben können: „Sie reichte ihm die Taschenlampe.“ Es wirkte so jugendlich und, ja ich sage das jetzt mal, unausgereift.

Wurde es dann besser?

Zum Glück ja. Unteranderem auch dadurch, dass mir der Autor verraten hat, dass er das mit 17 Jahren geschrieben hat. Dann liest man den Roman doch ein bisschen anders. Trotzdem gibt es nachher in der Punkteverteilung dafür Abzüge. Das hätte man nämlich auch beim Herausbringen nochmal verbessern können. Ich weiß, dass ein paar Sachen geändert wurden, was den ganzen Text aber noch mal ein bisschen verwirrender macht. Die Perspektiven wechseln nämlich in den Absätzen zwischen den Personen hin und her. Man muss gut aufpassen, um zu verstehen, wer gerade was fühlt. Einmal habe ich leider gar nicht herausgefunden, aus welcher Perspektive erzählt wurde.

Okay, spätestens jetzt hätt‘ ich aufgehört zu lesen. Totaler Anfänger! Warum zur Hölle hast du nicht abgebrochen?

Weil der Autor es einfach geschafft hat, mich zu fesseln. Nicht nur durch den Horror, sondern auch durch die intelligente Welt, die er geschaffen hat. Er vermischt alt hergebrachte Fantasy mit moderner Wissenschaft. Das gefällt mir richtig gut. Auch die Einschübe des verrückten Wissenschaftlers haben dazu geführt, dass ich unbedingt wissen wollte, was dahintersteckt. Der Stil war jetzt auch nicht soooooo furchtbar. Also ich meine, da hatten wir schon schlimmeres…

Das Einhorn, ich erinner‘ mich…

Genau. Deswegen konnte ich auch weiterlesen. Und es hat sich wirklich gelohnt. Obwohl ich noch bemängeln muss, dass die einzige Frau, die länger als drei Seiten vorkommt, wirklich keine gute Figur macht. Obwohl sie Polizistin ist, bleibt sie zu blass und zu schwach. Fast schon ein bisschen Klischeehaft ist sie natürlich auch noch die Sanitäterin der Gruppe und versucht ständig Frieden zwischen zwei Streithähnen zu schaffen. Und dann verliebt sie sich auch noch und errötet. Außerdem schafft sie es als Anführerin nicht, ihre Kollegen unter Kontrolle zu halten. Aber auch da war der Autor erst 17. Das ist dann vielleicht ein bisschen zu entschuldigen.

Das klingt bei dir jetzt irgendwie schizophren. Lesenswert oder totaler Mist?

Auf jeden Fall lesenswert! Es wird schon an Teil 2 gearbeitet und man hat mir versprochen, dass der Stil besser wird. Ich werde auf jeden Fall weiterlesen und mich wohlig gruseln. Wer keine Mehrteiler mehr sehen kann: Man kann den Roman auch gut so stehen lassen. Aber wer will das schon? Schließlich bleibt zum Schluss noch eine Frage: Wer zur Hölle ist eigentlich Olivia?

Wann ist das was für mich?

Das Buch ist was für dich, wenn du dir schon immer mal gewünscht hast, jemand würde ein Mashup aus „Police Academy“ und irgendwas von Mary Shelley schreiben. Außerdem solltest du das Buch lesen, wenn du dich gerne gruselst und am liebsten Horrorfile schaust.

Gibt’s noch ein Fazit mit so einem Bewertungssystem?

Horror-Roman mit wirklichem Gruselfaktor und Entwicklungspotenzial

Deswegen

4 von 5 Ananas

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.