Rezension

Catron – die Melodie der Sterne

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„Catron – Die Melodie der Sterne“ von Anja Berger erschienen im Self-Publishing

Um was geht’s?

Kira ist Studentin und hat alles im Griff. Bis sie ausversehen auf einen Hilferuf aus einer mittelalterlichen Welt antwortet. Plötzlich ist sie von Magiern umgeben und muss gegen schreckliche Kreaturen kämpfen. Außerdem gerät sie zwischen die Fronten von zwei Zauberschulen. Wer gewinnt, Licht oder Dunkelheit?

Was gibt’s dazu zu sagen?

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar von der Autorin bekommen.

Aha! Du bist also voreingenommen! Das ist jetzt sicher Werbung!

Nein, das bin ich nicht. Ich behandele das Buch wie jedes andere auch. Trotzdem habe ich das jetzt als Werbung gekennzeichnet, um mich abzusichern.

Wie war’s denn jetzt?

Gemischt würde ich sagen.

Der Anfang hat mir richtig gut gefallen. Ich konnte zwischendrin auch gar nicht mehr aufhören zu lesen. Die Story hat mir gefallen und die beiden Hauptcharaktere (ich glaube jedenfalls, dass es die Hauptcharaktere sind), Skjaldan und Kira, waren mir sofort sympathisch. Beide haben Stärken und Schwächen, die sie liebenswert machen.

Auch der Stil war völlig in Ordnung. Zwar einfach, aber nicht schlecht.

Die Welt, in der der Roman spielt, ist ebenfalls ganz nett. Eine Parallel-Welt zu unserer, in der die Menschen sich nicht vorstellen können, dass wir ohne Magie leben. Ansonsten wie schon erwähnt, eben mittelalterlich. Jetzt nicht total neu erfunden, aber solide.

Klingt jetzt mittelmäßig…

Wie gesagt, es war gemischt. Mir hätte es besser gefallen, wenn da ein paar Punkte nicht wären:

Es gibt einfach zu viele Figuren- und Perspektivwechsel. Ich habe vorher schon erwähnt, dass ich glaube, Kira und Skjaldan könnten die Protagonisten sein. Bei Kira bin ich mir sogar ziemlich sicher. Da es aber außer den beiden noch 12 andere Perspektiven gibt, kann ich nur raten. Von der Menge der Abschnitte her, könnte aber auch der Musiker Elmaryn der Protagonist sein, oder eben jemand ganz anderes. Sucht euch einfach einen aus, der euch am besten gefällt.

Warum ist das jetzt ein Kritikpunkt? Bei „Game of Thrones“ gibt’s auch viele Personen.

Das kann auch gut gemacht sein, wenn man ein Werk von über 1000 Seiten vor sich hat und man zu jedem Charakter auch mal an die 50 Seiten lesen muss. Leider ist das bei „Catron – Melodie der Sterne“ nicht der Fall. Manchmal findet ein Wechsel schon nach einer Seite statt. Da schaffe ich es als Leser kaum, mich auf die Figuren einzulassen. Vor allem, weil die Nebencharaktere dann auch immer beliebiger werden. Ich hatte das Gefühl, man hätte irgendeinen weiteren Namen darüberschreiben können und es wäre mir nicht aufgefallen.

Wo wir zu einem weiteren Punkt kommen: Bei 14 Perspektiven ist genau EINE Frau dabei, nämlich Kira. Das ist mir definitiv zu wenig und zu männlich. Es gibt noch ca. 3 weitere Frauenfiguren, die dürfen aber kaum etwas sagen und haben auch keine wichtigen Stellungen oder Aufgaben. Als ich die Autorin darauf angesprochen habe, meinte sie, Feminismus sei nicht ihr Thema und es wäre eben ein Fantasyroman. Das kann ich als Argument nicht gelten lassen. Man muss nicht Feminismus zum Thema machen, um starke Frauen zu erschaffen. Wenn man Gleichberechtigung einfach zur Selbstverständlichkeit machen würde, müsste man das Wort überhaupt nicht benutzen. Warum kann einer der Magier, vielleicht sogar einer von der dunklen Magieschule, nicht eine Frau sein? Ich bin der Meinung, dass man sich als Autor*in grundsätzlich darüber Gedanken machen sollte, welche Vorbilder man erschafft. Wenn wir immer noch Vorträge mit dem Thema „Sind Männer die besseren Fantasy-Autoren“ haben, ist das sogar dringend notwendig. Und überhaupt…

Stopp, stopp, stopp! Willst du jetzt in Romanen eine Frauenquote einführen? Das hier ist immer noch „Lese lieber ungewöhnlich“ und nicht „Kathrins kleiner Feminismus Blog“! Zurück zum Buch!

Also gut: Leider hat der Roman dann auch noch Längen, bei denen ich beinahe die Lust am Lesen verloren haben. Trotzdem rate ich jedem durchzuhalten, am Schluss wird es dann wieder spannend. Der Schluss macht sogar neugierig auf die Fortsetzung.

Wann ist das was für mich?

Das Buch ist was für dich, wenn du sowieso schon viele Stimmen hörst und noch ein bisschen Platz für mehr in deinem Kopf hast. Außerdem solltest du das Buch lesen, wenn du auf solide Fantasy-Romane stehst.

Gibt’s noch ein Fazit mit so einem Bewertungssystem?

Klassischer Fantasy-Roman mit solider Story aber noch Luft nach oben.

Deswegen

3 von 5 Ananas

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