Rezension

Die Wächter von Enyador

„Die Wächter von Enyador“ von Mira Valentin, erschienen im Self-Publishing.

 

Worum geht’s?

Im ersten Band „Die Legende von Enyador“ wurde enthüllt, dass sich die verschiedenen Völker zusammentun müssen, um gemeinsam einen bösen Magier zu vernichten und das Land zu retten. In Band zwei stellt sich heraus, dass es gar nicht so einfach ist, alle Wächter an einem Ort zu versammeln. Vor allem, wenn die einzelnen Protagonisten unterschiedliche Ziele verfolgen oder eine Liebesgeschichte zwischen ihnen steht.

Was gibt’s dazu zu sagen?

Ich habe ein Fleißsternchen verdient, weil ich den ersten Band nicht abgebrochen habe. Warum genau ich Band zwei dann auch noch gekauft habe, kann ich leider nicht mehr sagen. Ich vermute, es liegt daran, dass ich das perfekte Opfer für Buchreihen bin. Ich möchte immer wissen, wie es ausgeht. Im Nachhinein will ich mich dann selbst schütteln und mir zurufen: „Tu‘ es nicht! Lass die Finger davon! Warum fällst du immer wieder auf den gleichen Trick herein? Warum??“

Was passt denn nicht?

Der Stil ist es nicht. Das Buch ist durchaus lesbar, sonst hätte ich mittendrin abgebrochen und mir nicht den nächsten Band gekauft.

Wahrscheinlich bin ich einfach enttäuscht, weil ich eine Leseprobe bekommen habe, die mir super gut gefallen hat. Das erste Kapitel war toll. Ich stehe auf Geschichten mit Brüdern. Nur deswegen schaue ich nach über 10 Jahren immer noch Supernatural. Die Geschichte von Enyador hat sich dann auch im ersten Band so einigermaßen weitergezogen. Brüder versuchen sich und andere zu retten. Aber dann wird es einfach nur voraussagbar und… naja… schmuddelig. Damit habe ich nach der Leseprobe wirklich nicht gerechnet und es mir unter dieser Voraussetzung nie gekauft.

Schmuddelig wär‘ ja was für mich. Har, har!

Für mich leider nicht. Ich bin nicht so wirklich ein Fan davon, dass die Drachen ständig nackt sind. Das wäre aber auch noch nicht so schlimm, wenn die Dämonen ihre Drachen nicht sexuell ausbeuten würden und es ganz normal ist, sie zu schlagen und dann zu vögeln. Ich entschuldige mich jetzt schon für die Ausdrucksweise. Die Beziehung von Thul (dem Dämon) und Shook (dem Drachen) ist meiner Meinung nach auch ziemlich ungesund. Ich weiß nicht, wer so was lesen will, ich leider nicht. Und dann ist da ja noch der uralte Zauberer, der aus politischem Kalkül die jugendliche Prinzessin heiraten will, aber trotzdem total scharf auf sie ist. Da bekomme ich Gänsehaut, aber nicht auf die gute Art und Weise.

Oh la la! Ich habe gerade durchgeblättert, da sind ja sogar gezeichnete Bilder drin! Die verhüllen schon mal nichts.

Das ist auch noch so eine Sache die mich stört. Du hast recht, auch auf den Bildern sind die Leute die meiste Zeit nackt. Und dann sind sie leider auch nicht gut gezeichnet. Ich weiß, dass da jemand wahrscheinlich lange dran gearbeitet und sich Mühe gegeben hat, aber das kann man auch über den ganzen Roman sagen. Das reicht nur leider nicht aus, um mich gut zu unterhalten.

Außerdem geht das alles dann zu Lasten der Handlung. Die wirkt nämlich in Band zwei irgendwie beliebig. Man weiß nicht so genau, wohin einen die Geschichte denn nun führt.

Gibt’s auch was Nettes zu sagen?

Von Anfang an hat mich eigentlich die Beziehung zwischen Tristan, Kay und Agnes begeistert. Man hatte das Gefühl, dass sie als Familie auf jeden Fall zusammenhalten. Auch andere Figuren sind spannend gezeichnet und entwickeln sich nach und nach.

Würdest du’s trotzdem jemandem empfehlen? Irgendwem?

Naja, es scheint ja trotzdem anzukommen. Ich weiß zwar nicht warum, denn auch im Büro (ich habe meinen Kolleginnen Ausschnitte daraus vorgelesen) war niemand wirklich begeistert. Ich wurde sogar komisch angeschaut, nachdem meine Kolleginnen die Bilder gesehen haben. Vielleicht bin ich aber auch mit Anfang 30 die falsche Zielgruppe.

Gibt’s noch ein Fazit mit so einem Bewertungssystem?

Guter Einstieg, weitere Ausführung aber zu schmuddelig und in der Handlung mangelhaft.

1 von 5 möglichen Ananas

(„Die Legende von Enyador“ bekommt von mir übrigens 3 von 5 Ananas, weil ich die Geschwister so mag)

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