Rezension

Zwei Theaterstücke

„Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ und „Einladung zum Klassentreffen“ von Martin Schörle, erschienen beim Engelsdorfer Verlag

 

Worum geht’s?

Dies ist kein Roman. Martin Schörle hat zwei Theaterstücke in einem Band veröffentlicht. In dem einen Stück blickt man tief in die Gedanken- und Lebenswelt von Herrn Fredenbek. Er ist Beamter und das sogar noch in seiner Freizeit und Ehe. In „Einladung zum Klassentreffen“ lernt man Marina und Carsten kennen. Aus einer harmlosen Einladung zum Klassentreffen wird langsam aber sicher ganz viel mehr.

Was gibt’s dazu zu sagen?

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar kostenlos vom Autor zugeschickt bekommen.

Aha! Du bist also voreingenommen! Das ist jetzt sicher Werbung!

Nein, das bin ich nicht. Ich behandele das Buch wie jedes andere auch.

Wie war’s denn jetzt?

Da sich die zwei Stücke ziemlich unterscheiden, muss man eigentlich jedes einzeln besprechen.

„Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ ist ein lustiges und ziemlich skurriles Stück. Eigentlich kommt nur der Beamte Fredenbek drin vor. Und der erzählt aus seinem Leben. Schon der Anfang bringt einem zum Lachen, als er über Radiergummis spricht. Ab und zu tauchen andere Personen auf, aber die laufen nur kurz über die Bühne und verschwinden dann wieder. Fredenbek bringt sie uns aber in seinen Erzählungen näher. Ich kann mir vorstellen, dass das ein vergnüglicher Theaterabend wird.

Nur eine Person? Ist das nicht öde?

Nein, da die inneren Monologe wie gesagt ziemlich komisch sind. Vor allem, weil er zwischendrin wie ein Lexikon spricht. Das ist dann ein schöner Gegensatz zu seinen Gefühlsausbrüchen.

Ok, verstanden. Lustiger Alleinunterhalter auf der Bühne, der über Beamte spricht. Zweites Stück?

Das ist das eigentliche Highlight in diesem Band. Mit dem habe ich auch angefangen. Eigentlich wollte ich das Buch gar nicht lesen, weil ich gerade mit zwei Romanen beschäftigt bin. Ich habe es aus der Post geholt und im Gehen dann gleich aufgepackt. Nach dem ersten Durchblättern blieb ich dann wie erwähnt an „Einladung zum Klassentreffen“ hängen. Auf dem Sofa angekommen hatte ich schon alles andere ausgeblendet. Innerhalb von 45 Minuten war ich durch und völlig geflasht. Ich weiß, das ist kein schöner Ausdruck, aber er beschreibt einfach ganz genau, was ich gefühlt habe. Sollte das Stück in meiner Nähe irgendwann aufgeführt werden, muss ich da hin! Ich war unendlich berührt von dieser Liebesgeschichte.

Kathrin, du magst gar keine Liebesgeschichten.

Also ich mag diese stereotypen Liebesgeschichten nicht. Vor allem dieser Teenager-Liebeskram geht mir tierisch auf die Nerven. Aber das war einfach was anderes. Da war viel Gefühl dabei, aber auch Schmerz und Verlust. Mit einer Prise Witz wird das dann zu etwas ganz Besonderem. Wenn ich daran denke, habe ich immer noch einen Klos im Hals.

Ohje, meine Ohren bluten…. Reden wir doch lieber über Dinge, die dir nicht gefallen haben. Da fühle ich mich wohler.

Der einzige Minuspunkt ist für mich das Cover. Dabei bin ich mir sicher, dass sich bei der Zeichnung jemand Mühe gegeben hat. Trotzdem wirkt es einfach… naja blass. Und das sind die Stücke nun wirklich nicht. Für mich ist das jetzt kein Punktabzug, aber man hätte es besser machen können.

Wann ist das was für mich?

Das Buch ist was für dich, wenn du schon immer mal wissen wolltest, was sich Herr Maier vom Amt denkt, wenn er so komisch schaut. Außerdem solltest du das Buch lesen, wenn Herzschmerz etwas für dich ist.

Gibt’s noch ein Fazit mit so einem Bewertungssystem?

Theaterstücke mit viel Gefühl und großem Unterhaltungswert.

Deswegen:

 

 

5 von 5 möglichen Ananas!

 

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